
©Standpunkt

Beteiligte und Partner
Sinfonieorchester Opus125 e.V. — Orchester und künstlerische Initiative des Projektsä
Dorothée Vollmer — Projektkoordination und Leitung des CREATiVE SPACE
Gesamtschule Hardt — Beteiligte Institution des Bildungs- und Kreativprojekts
CREATiVE SPACE — Kreative, mediale und redaktionelle Arbeit mit Jugendlichen
Frank Breuer — Leitung der Fotografie-Workshops
Standpunkt — Veröffentlichung des Konzertmagazins und redaktionelle Begleitung
Musikschulen Viersen und Mönchengladbach
Enrique Soro Stiftung — Zusammenarbeit zum Werk und Vermächtnis Enrique Soros
Theo Tupayachi / Orquesta Sinfónica de Cusco — Austausch über Musik, Repertoire und Orchesterleben in Peru
Verein der Freunde und Förderer der Musik e.V. — Unterstützung des Projekts
Elfriede Kürble Stiftung — Unterstützung des Projekts
Kulturbüro Stadt MG — Unterstützung des Projekts
Förderverein Lions Club MG — Unterstützung des Projekts
Wilbertz-Stiftung — Unterstützung des Projekts
Rotarier Club MG — Unterstützung des Projekts
Rotarier Club MG-Niers — Unterstützung des Projekts
Volksbank — Unterstützung des Projekts
Tänze der Welt
Was verändert sich, wenn ein Konzert nicht nur das Ergebnis eines Orchesters ist, sondern zu einem gemeinsamen Prozess von Musikerinnen und Musikern, Studierenden, Jugendlichen und Kulturschaffenden wird?
Mit Tänze der Welt entwickelte das Sinfonieorchester Opus125 e.V. ein Projekt rund um Tänze aus unterschiedlichen Epochen, Ländern und musikalischen Traditionen. Das Programm führte durch Europa und Lateinamerika mit Werken von Jean-Philippe Rameau, Wolfgang Amadeus Mozart, Antonín Dvořák, Béla Bartók, Manuel de Falla, Armando Guevara Ochoa, Enrique Soro, Astor Piazzolla und Arturo Márquez. Der Tanz wurde so zum Ausgangspunkt für die Frage, wie Musik aus einer Kultur hervorgeht, mit Tradition in Dialog tritt und sie innerhalb der Orchestersprache weiterentwickeln kann.
Das Konzert am 6. Mai 2023 im Kunstwerk Wickrath war das Ergebnis einer viermonatigen gemeinsamen Arbeitsphase von Mitgliedern des Sinfonieorchester Opus125 e.V., Studierenden der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und Jugendlichen der Gesamtschule Hardt. In dieser Zeit entstand durch offene Proben, Workshops, Interviews und Begegnungen ein unmittelbarer Austausch zwischen Musikerinnen und Musikern, Studierenden, Kulturschaffenden und Teilnehmenden.
Über den CREATiVE SPACE unter der Leitung von Dorothée Vollmer näherten sich die Jugendlichen dem Programm ausgehend von ihren eigenen Interessen. Fotografie, Illustration, Design, Drucktechniken, Kostümgestaltung und redaktionelle Arbeit wurden zu unterschiedlichen Formen musikalischer Recherche. Gemeinsam mit dem Fotografen Frank Breuer arbeiteten sie zu Bewegung und Licht in der Theaterfotografie; in weiteren Workshops wurde das Hören der Werke zum Ausgangspunkt für Bilder, Komponistenporträts und Kostümentwürfe.
Das Projekt öffnete zugleich einen größeren Dialog über Musik und ihre Bedeutung in unterschiedlichen Gesellschaften. In einem Gespräch mit dem Dirigenten David del Pino Klinge reflektierten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte über Musikvermittlung in Lateinamerika und Europa. Der Austausch mit Theo Tupayachi und der Orquesta Sinfónica de Cusco brachte Erfahrungen aus dem peruanischen Musikleben ein und eröffnete Fragen über das Verhältnis von Orchester, Repertoire und Gemeinschaft.
Die Zusammenarbeit mit der Enrique Soro Stiftung ermöglichte außerdem eine Annäherung an das Werk und Vermächtnis des chilenischen Komponisten Enrique Soro sowie an die Aufgabe, seine Musik über Chile hinaus zu bewahren und bekannt zu machen.
Die Ergebnisse des Prozesses — Interviews, Texte, Recherchen und visuelle Arbeiten — wurden in einer Sonderausgabe von Standpunkt als Konzertmagazin zusammengeführt. Damit wurde auch die Vorbereitung des Programms selbst zu einem sichtbaren Teil der künstlerischen Erfahrung.
Tänze der Welt entstand aus einer einfachen Idee: Ein Konzert kann zu einer anderen Erfahrung werden, wenn jeder Mensch einen eigenen Zugang zur Musik findet. Man musste kein Musiker sein, um Teil dieses Prozesses zu werden. Die Musik war der Treffpunkt; das Projekt eine gemeinsame Konstruktion.
Javier Álvarez Fuentes

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